Spirit

Das Leben spüren

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Posted on / by Linda

The soul always knows
what to do
to heal itself.

 

Ich sitze an meinem Schreibtisch
und sehe zu wie der Tag langsam seine Kreise zieht,
doch in meinem Herz brennt ein Feuer.

Ich möchte loslassen und loslaufen.
Ich möchte raus gehen und mir die Welt ansehen,
mit neuen Augen und offenem Herzen.

Ich möchte noch einmal so richtig unvernünftig sein,
weil ich schon so oft vernünftig war.
Ich will Kind sein und das Erwachsensein-müssen noch ein wenig weiter weg schieben.

Ich möchte an der nächsten Weggabelung nicht ewig stehen bleiben,
um mir all die Richtungshinweise durchzulesen.
Ich möchte einfach loslaufen und sehen was passiert.

Ich möchte neue Orte entdecken
und all die altbekannten mit neuen Augen betrachten.
Ich will jetzt losgehen, mit dem Rucksack auf dem Rücken und ohne Plan von Morgen,
in weit entfernte Länder, große Städte und paradiesische Naturkulissen.
Ich will einfach die ganze Welt sehen.

Und ich möchte wieder nach Hause kommen.
Und wenn ich die ganze Welt dann in mir trage,
verstehe ich vielleicht, dass Zuhause jetzt anders ist,
aber das anderes nicht weniger bedeutet,
sondern genauso viel nur in einer anderen Form.
Und dann verstehe ich vielleicht, dass du immer noch da bist, obwohl ich dich nicht mehr sehen kann.

Ich möchte loslassen, weil ich das Bauchkribbeln
im freien Fall vermisse.
Ich möchte unvernünftige Entscheidungen treffen, weil sie sich einfach richtig gut anfühlen.
Und ich möchte die Entscheidungen treffen die mir eine Heidenangst machen,
weil es eben jene sind, die uns am meisten wachsen lassen.

Ich möchte fühle, was ich fühle, ohne zu denken das es unangemessen, falsch oder anderes sein sollte.
Ich möchte sagen, was ich denke und jeden Satz, den ich sage, genau so meinen.
Ich möchte den Schutzmantel ablegen und mein Herz auf der Zunge tragen,
denn das Leben besteht nur aus diesem einen Moment.

Also was kann mir schon passieren?

Ich möchte einfach tun auf was ich Lust habe.
Möchte wild, verrückt und frei sein.
Ich möchte dem Kind in mir Raum geben, wenn es mir sagt, dass dieser Ort der richtige ist.
Wenn es mir sagt, dass ich keine Kompromisse mit diesem wundervollen Leben machen soll.

Ich will nicht mehr, nur aus Angst vor Enttäuschung, zu feige sein, nach dem zu fragen was ich will.
Denn, wer nicht fragt, bekommt auch keine Antwort.

Ich möchte klare Grenze ziehen zwischen mir und der außen Welt.
Denn, ich möchte endlich mehr Pippi sein und nicht immer so viel Anika.

Ich möchte kein Grau mehr sondern lieber ein grelles Gelb, ein tiefes Blau,
ein strahlendes Rot oder ein frisches Grün.
Ich möchte all die Sonnenstunden feiern und all meine Zweifel von den
kommenden Regentropfen wegwaschen lassen.

Und vielleicht ist die Veränderung dann nicht mehr so unheimlich,
weil auch ich mich verändere.
Vielleicht sehe ich dann, dass anders nur eine Version von leben ist.
Und dann verstehe ich vielleicht, dass du immer noch da bist, obwohl ich dich nicht mehr sehen kann.

Ich möchte vermeidlich falsche Wegen gehen und scheinbar falsche Entscheidungen treffen, um aus all den Umwegen und Konsequenzen etwas über mich selbst und das Leben zu lernen.
Ich möchte all die vermeintlich falschen Sachen tun, um entscheiden zu können was richtig ist.

Ich will abends lange wach bleiben, auch wenn ich den nächsten Tag früh aufstehen muss.
Ich möchte Regeln brechen, um der Norm zu entkommen.
Ich möchte auf Häuserdächer steigen, um das Gefühl von Schwerelosigkeit zu haben.
Ich möchte direkt nach dem Aufstehen tanzen und den Tag mit Konfetti begrüßen.
Ich möchte mich lebendig fühlen, in jedem Augenblick

Lass mich all die Konditionen, Normen und Werte von mir abstreifen, um zu sehen was übrig bleibt.
Ich möchte alles raus- und wegschmeißen was nicht mehr zu mir gehört.
Ich möchte nichts mehr besitzen, was nicht mein Herz berührt, möchte nichts mehr halbherzig leben.

Ich möchte aus dem Vollen schöpfen.
Ich will aus vollen Herzen
lieben, küssen, reden, lachen, weinen, schreien, umarmen…
Ich will aus vollem Herzen sein.

Lass mich verloren gehen irgendwo in all den Umwegen, Entscheidungen und Weggabelungen.
In all den Menschen die ich liebe, all den Nächten die zu Tagen werden und all den Alleinsein-Stunden.
Lass mich alles abstreifen, was ich geglaubt habe wahr und richtig zu sein.

Ich möchte mich selbst verlieren, um mich auf den Weg zu machen, dass zu finden was mich beseelt.
Ich möchte weinen, lachen, tanzen, schreien, singen, geben, nehmen, lieben, vergeben, loslassen.
Ich möchte Kind sein und nicht so tun als wenn ich wüsste wie das Erwachsensein funktioniert.

Und vielleicht finde ich dann, ganz unverhofft, inmitten all der Verwirrungen, in den qualmenden Türmern die von mein Herz entfacht wurden, meinen Platz in dieser Welt wieder.
Vielleicht erkenne ich meinen Weg im Nebel, auch wenn nur ein kleines Stückchen.

Vielleicht finde ich dann irgendwann meine neue Rolle, hier in dieser Welt, die nicht mehr dieselbe ist.
Und dann verstehe ich vielleicht, dass du immer noch da bist, obwohl ich dich nicht mehr sehen kann.

Ich möchte keinen Regenschirm aufspannen, um mich vor den Regentropfen zu schützen.
Ich möchte, dass sie mein Gesicht berühren und meine Haare durchnässt.

Ich möchte, dass die Sonne meine nackte Haut wärmt und meine Sommersprossen zum Tanzen auffordert.

Ich möchte solange Rennen, bis ich meine Beine nicht mehr spüren kann
und mir der Atem wegbleibt.
Ich möchte solange Tanzen bis meine Fußsohlen brennen

Ich möchte so hoch hinaufsteigen bis mir schwindelig wird und so tief hinunterfallen bis mir nichts anderes übrig bleibt als liegen zu bleiben und die Sterne zu betrachten.

Ich möchte inmitten des Sturmes stehen und spüren das ich noch am Leben bin.

Ich möchte so frei und leicht sein, dass ich schwebe.
Ja so, dass ich mich in all meine Partikel auflöse.

Und vielleicht kann ich dich dann noch einmal sehen.
Vielleicht kann ich dann endlich begreifen, wo du bist und dass ich mich nicht allein fühlen muss.
Vielleicht kann ich dann doch die Unendlichkeit verstehen.

Und wenn ich dann wieder lande, kann ich mich sicher fühlen.
Dann kann ich vielleicht das Leben in all seiner Größe begreifen und dass deine Hand immer die meine festhält, in einer Weise die nur du und ich fühlen können.

Und dann verstehe ich vielleicht, dass du immer noch da bist, obwohl ich dich nicht mehr sehen kann.

In Liebe,

Eure Linda

 

Linda

Koffein fließ in meinen Venen, Glitzer dekoriert mein Gesicht und ein Garten blüht in meinem Herzen. Ich bin Linda. 26 Jahre jung und genauso wenig ein Fan von Wodka wie von Smalltalk. Yoga ist meine Passion und Liebe meine stärkste Waffe. Ich tanze durch das Leben, um jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Namasté!

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