Spirit

Ein Jahr lang.

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Posted on / by Linda

Ich stehe in der Bahn. Ich lehne mich an die kalte Scheibe, schließe meine Augen und könnte auf der Stelle einschlafen. Ich fühle mich wie ausgesaut, vollkommen leer. So als wenn man denn Stöpsel der vollen Badewanne zieht und langsam zuschauen kann, wie das Wasser in einem kleinen Strudel aus der Wanne verschwindet, so kann ich förmlich meine Energie aus mir fließen fühlen.
Ich öffne ruckartig meine Augen. Mein Handy klingelt und fordert mich durch schnelles vibrieren dazu auf in meine Tasche zu greifen. „Papa Büro“ kann ich auf meinem Display lesen und mit einem müden „Hallo Papa“ hebe ich ab.
Es war der Abend des 04.01.2017 und das letzte Mal in meinem Leben, dass ich mit diesen Worten an mein Telefon gehen konnte.

Das kann man keinem erzählen.

„Das kann man keinen erzählen“, höre ich die Worte meiner Mutti in mir wiederhallen.  Wir saßen zusammen auf meinem Bett und sie erzählte mir über die Nacht des 04.01 und ihre Gedanken, welche sie hatte, als der Notarzt zusammen mit meinen Papa verschwunden war.
Was sollte sie jetzt tun? Wenn sollte, wenn kann sie anrufen? Wie kann man das denn überhaupt jemanden sagen?
„Ich dachte, das kann ich doch keinem erzählen“, sagt meine Mutti. Ich nickte langsam. Nach einem Jahr kommen mir diese Worte noch viel wahrer vor, als in dem damaligen Moment.

Das kann man einfach keinem erzählen….

Ich schließe meine Haustür auf und fühle mich nur halb wie ich selbst. Eher wie ein Hülle ohne Inhalt. Ich komme von der Hospitation in der Kita welche bald meine neue Arbeitsstelle werden würde. Ich bin eher gegangen, weil ich das Gefühl hatte mich nicht mehr auf meinen Beinen halten zu können. Die ganze U-Bahn-Fahrt über hatte ich Gedankenkreise, ausgelöst durch einen mysteriösen Anruf meines Schwagers. „Hallo Linda. Wo bist du? Ich bin in Berlin und muss dir was geben, wann kommst du nach Hause?“
Was bitte will er mir denn geben? Habe ich etwas zuhause vergessen? Ist es eine Überraschung? Oder ist vielleicht etwas passiert? Flauheit im Bauch. Stiche im Herz. Nein. Nein. Nein. Alles ist gut. Atmen. Lass los und atmen nicht vergessen.

Es klingelt an meiner Haustür, ich gehe mit der Tafel Schokolade, von der ich gerade ein großes Stück abgebissen habe, in der Hand zur Tür. Vor meinen Augen stehen drei mir sehr vertraute Menschen.
Mein Schwager, sein Bruder und mein Cousin.
Mir wird schlecht.
Denn jetzt ist es sicher.
 Diese sehr unwahrscheinliche Kombination von Menschen vor meiner Haustür,
in Berlin, mitten unter der Woche…

Das ist kein Zufall.

Ich möchte die Tür gern wieder schließen.
Wegrennen.
Mich verstecken.
Nichts hören.
 Nichts sehen.
Mein Schutzmechanismus entscheidet sich für Verdrängung der offensichtlichen Fakten.

Ein verschobenes Lächeln formt sich auf meine Lippen
und ich höre mich wie von Weitem sagen:
„Oh wow. Ihr hier? Kommt doch rein.“

Keiner der drei sagt etwas.
In meinem Flur bilden sie eine kleine Wand vor mir.
Ohne ein weiteres Vorwort höre ich die Worte aus dem Mund meines Schwagers,
vor welchen ich mich am liebsten für immer verstecken würde, auf mich zukommen:

„Linda, dein Vati ist gestern Abend gestorben.“

„NEIN! …. NEIN, NEIN, NEIN!“
Kommt es aus mir raus, als wenn ich damit die gesprochen Worte verjagen könnte.
Als wenn ich damit alles ungeschehen machen könnte.
Alles dreht sich.
 Es fühlt sich an, als würde sich alles in mir zusammenziehen.
 Als würde ich ganz langsam verschwinden.
Mich auflösen.
Ich bin so leer.
Alles fühlt sich unendlich weit weg an.
Ich kann nicht mehr denken.

Was ist hier los?
Wo bin ich eigentlich?
Wer bin ich eigentlich?
Wir müssen nach Hause.
Was muss ich machen?
Was brauche ich?
Koffer.

Sachen.
Was für Sachen?
Unterwäsche.

Socken.
Zahnpasta. Im Bad.
Den Kühlschrank ausräumen.
Zusammenpacken.
Aus der Tür gehen.
Laufen.
Wohin?
Zum Auto.
Das Auto meines Papas, der jetzt nicht mehr da ist.
Aber sein Auto ist noch da.
Warum ist er nicht mehr da, aber sein Auto ist da?
Einsteigen.

Tränen. Die kommen. Immer mehr immer weiter. Ohne Ende.
Was ist passiert?
Warum?
Die nächste Tankstelle.
Austeigen.
Hunger?
Eigentlich hatte ich Hunger.
Jetzt ist mir schlecht.
Die Frau hinter dem Tresen.

Was möchten Sie?
Ich weiß es nicht.
Mein Leben zurück?
Meinen Papa.
Wieder einsteigen.
Die Worte meines Onkels.
„Du kannst ruhig weinen, wir haben auch geweint.“
Der Gedanke: Wie kann ich jemals aufhören zu weinen?
Werde ich jemals aufhören zu weinen?
Die Geschichte. Was ist eigentlich passiert?
Kurze Fetzen.
Herzinfarkt.
Wiederbelebung.
Notarzt.
Zu spät.
Nicht mehr wiederbekommen.
Krankenhaus.
Tschüss sagen.
Ich war nicht da.
Die Autobahn ist voll.
Der schönste Sonnenuntergang.
Liebe.
So viel Liebe.
In ihrer reinsten Form.
Papa, du fehlst.

Ich trete hinaus in eine Welt, welche nicht mehr die deine ist und welche deshalb auch nicht mehr die meine ist.

Nein, das kann man keinem erzählen.
Mein Papa ist Tod. Seit einem Jahr und 47 Tagen.
Man kann es keinem beschreiben, wie sich das anfühlt.

Oder wie es sich angefühlt hat, in dem Auto zu sitzen und sich zu wünschen endlich dazu sein und gleichzeitig zu hoffen niemals anzukommen.
Dieses Gefühl zwischen den Welten, man kann es keinem beschreiben. Man will diesen Moment nicht. Man will aber auch nicht den nächsten. Man kann das Jetzt nicht aushalten und will aber auch nicht das es weiter geht. Man möchte etwas, was unmöglich ist. Man möchte zurückspulen. Man möchte zurück. Zurück zu der Sekunde- zu dem Moment als alles noch ganz war.
Nein, man kann es keinem beschrieben, wie es sich anfühlt, wenn von einer Sekunde zur nächsten, von einem Moment zum andere, ja von einem Wort zum nächsten dein ganzes Leben unter dir zusammensackt, weil eine der wichtigsten Säulen weggebrochen ist.

Und das verrückteste ist, dass man am Anfang selbst gar nicht richtig weiß, wie sich das so genau anfühlt, weil man gar nicht begreifen kann, was eigentlich gerade passiert ist. Es ist einfach so unglaublich, dass jemand der dein ganzes Leben lang so selbstverständlich da war, jetzt einfach nicht mehr da sein soll.
Dein Körper, deine Seele, dein tiefstes Inneres begreifen es sofort. Es ist als wenn etwas in dir kaputt gegangen ist, was viel größer ist als du selbst. Dein Körper zittert, und Salzwasser läuft unaufhörlich aus deinen Augen, aber begreifen kannst du es einfach nicht.

„Was ist passiert?“
„Nein!“
„Oh mein Gott Linda, das tut mir so leid.“
„Du hörst dich so gefasst an.“
„Ich kann es gar nicht glauben.“

Und auf einmal bist du mittendrin.
Mittendrin in etwas, was dir nie jemand erklärt, gezeigt oder gelernt hat. Nein, in etwas, worüber man eigentlich überhaupt nicht spricht.

Denn zu trauern ist keine natürliche Fähigkeit, welche uns mit auf die Welt gegeben wird, wie die zu atmen. Es ist aber auch keine, die man dir beibringt, weil sie dir hilft am Leben teilzunehmen, wie das Lesen, Schreiben, Rechnen.
Es ist so absurd, wie es uns alle betrifft und uns alle treffen wird und wir dennoch in der Lage sind, es so lange zu leugnen, bis wir mittendrin stehen und selbst dann können wir noch die Augen vor dem Offensichtlichen verschließen.

Trauer ist nichts Attraktives. Es ist nicht sexy, nicht alltagstauglich und auch nicht leichtverdaulich. Trauer ist ein Small Talk- und ein Stimmungs- Killer.
Und sie gehört jetzt zu mir.

Wo ist Papa eigentlich?

Ich sitze auf einer viel zu weichen Couch. Es ist eine die dir, wenn du dich hineingesetzt hast, das Gefühl vermittelt, als wenn du nie wieder aufstehen könntest. Ich sitze in der Mitte, eingerahmt von meinen Geschwister und meiner Mutti, welche auf einem Sessel direkt neben der Couch sitzt. Vor uns sitzt ein Mann in schwarzer Kleidung welcher uns langsam und routiniert von Beerdigung, Todesanzeigen, Särgen und Krematorien berichtet. Wir reden über Blumengestecke, schauen uns Urnen und Särge an.
Es ist so surreal, dass ich mich frage: Was mache ich hier eigentlich?
Das kann doch nicht mein Leben sein.

Ich erinnere mich an den Besuch beim Bestatter und an die Befremdlichkeit ein Teil dieser Situation zu sein, welche mich überkam.
Ich erinnere mich an den Moment als die Zeitung im Briefkasten lag und wir die Todesanzeige meines Vaters und die meiner Oma in einer Zeitung lesen konnten und an die anhaftende Fassungslosigkeit die mitschwang, obwohl wir beide selbst verfasst hatten.
Ich erinnere mich an Friedhofsbesuche für die Auswahl der Gräber.
An Trauerkarten welche jeden Tag zu duzenden bei uns eintrudelten und an die immer gleichen Sätze, welche in ihnen zu lasen waren.
An Milch mit Honig jeden Abend zum “Einschlafen-können” und daran, gemeinsam auf dem Badezimmerboden zu sitzen, um in Meditation Ruhe zu finden.
Ich erinnere mich an das Gefühl von Ohnmacht und Benommenheit, wie ein langer Rausch. An unsagbare Fassungslosigkeit, Stille, Kälte, unermessliche Traurigkeit und Angst.

I wish I could put all of this into words, so you could understand how unexplainable it is. I wish I could show you how this invisible pain feels inside of me, so you could know how to hold me. But I can't and so I go back into child pose on my yoga mat and I will hold myself together, because no one ever will see what I see and feel what I feel. And I guess this is necessary for my healing. ••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••••• Ich wünschte ich könnte all das in Worte fassen, so das du verstehen könntest wie unerklärlich all das ist. Ich wünschte ich könnte dir zeigen wie sich der Schmerz in mir anfühlt, so das du wüsstest wie du mich festhalten kannst. Aber ich kann es nicht und so gehe ich zurück in die Kindshaltung auf meine Yogamatte und halte mich selbst fest, denn niemand wird je sehen was ich sehe und je fühlen was ich fühle. Und ich glaube, dass ist notwendig für meine Heilung. #healing #yoga #pain #loveyourself #healyourself #youarethelight #goddess #secredfeminine #holy #yogaeverydamnday #childpose #be #love #life #live

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Warum Angst könnte man sich fragen. Warum Angst haben, wenn das Schlimmste doch bereits geschehen war?
Es war die Angst vor dem wirklichen Begreifen, von dem was so ungreifbar ist. Die Angst vor dem Vergessen und die Angst im Angesicht der Machtlosigkeit Nichts mehr ändern zu können.

Ich spürte die Angst das erste Mal als ich mich von meiner Oma im Krankenhaus verabschiedete. Die Angst, das erste Mal einen toten Menschen zu sehen, die Angst, dass sie gelitten hat bevor sie starb, die Angst, dass sie keinen Frieden gefunden hat und dass ich Nichts daran ändern kann. Diese Ängste ließen mich nächtelang nicht schlafen.
Ich erinnere mich an den Moment, als ich meinen Papa zum letzten Mal sehen konnte und er nicht mehr aussah wie er selbst. Und daran wie genau diese Ängste mich wieder kurz davor so tief ergriffen, dass mein Körper unkontrolliert zu zittern begann und nichts außer ein lautes Schluchzen aus mir herauskam.
Ich erinnere mich an die halt-gebenden Arme meines Bruders, ohne welche ich nicht hätte stehen können und an das Gefühl, dass ich nicht hier stehenbleiben wollte, weil ich viel lieber eine große warme Umarmung von meinem Papa hätte, als seinen leblosen Körper zu betrachten und das ich gleichzeitig nie wieder gehen wollte, weil dies das einzige war, was noch geblieben ist.

Doch wem erzählst du von genau diesem Gefühlen und genau dieser Angst? Und wem erzählst du ein Jahr und 47 Tage später davon, was in wenigen Sekunden dein ganzes Leben und dich selbst verändert hat?

Ich erinnere mich an einen Abend im Januar, an welchem ich mit meiner Mutti allein auf der Couch saß und in meinem Kopf überlegte wo alle anderen sind. Irgendwann kam ich in Gedanken zu meinem Papa und ich öffnete meinen Mund, um meine Mutti zu fragen „Wo ist Papa eigentlich?“, doch ich schloss ihn wieder, weil in der nächsten Sekunde die Erkenntnis, dass er nie mehr da sein würde, mich erreichte und meinen Herz für einen Moment aussetzen ließ.

Wo ist Papa eigentlich? , nein, das kann man keinem erzählen.
Jeden Tag saß ich im Wohnzimmer und hatte das Gefühl mein Papa könnte jeden Moment zur Tür reinkommen, so präsent war seine Energie in diesem Haus. Doch zur gleichen Zeit konnte man diese riesige Stille vernehmen. Diese Leere. Dieses riesige Lücke, in der man erst so richtig merkt wie große die Anwesenheit, die Liebe und die Fürsorge der Person war, welche gegangen ist.

Mach ich das hier richtig?

Ich habe im vergangenen Jahr und den letzten 47 Tagen getrauert und die Trauer und den Tod etwas besser kennenlernen dürfen. Wobei ich nicht weiß, was der Maßstab hierfür ist und ob es sowas überhaupt gibt. Ich habe mich oft auf dem Weg gefragt ob ich das hier „richtig“ mache, wobei ich weiß, dass es hierzu kein richtig und kein falsch gibt, aber bei einem Gefühl welches so verwirrend und gleichzeitig gesellschaftlich so tabuisiert ist, habe ich mir manchmal einen roten Faden gewünscht, an welchen ich mich hätte entlanghangeln können.

In diesem Jahr ist viel passiert. Ich habe viel gelacht und ich habe noch mehr geweint. Ich bin zu einigen Partys gegangen, doch habe die meisten Einladungen mit Nein beantwortet. Ich bin mehrfach in den Urlaub gefahren und habe besondere Menschen kennengelernt. Ich habe mein Studium abgeschlossen und zum ersten Mal in meinem Leben angefangen auf Vollzeit zu arbeiten.

Egal was auch passiert, das Leben geht unaufhörlich weiter. Ein Tag vergeht und ein neuer beginnt. Es vergeht eine Woche, ein Monat und dann ein ganzes Jahr. Zum ersten Mal in meinem Leben kam mir diese, so profane und natürlichste Tatsache der Welt, vollkommen falsch vor. Sieht denn niemand, dass alles anderes ist? Merkt denn keiner, dass jemand fehlt? Warum geht alles denn so normal weiter als wäre nichts gewesen, wenn doch gerade alles kaputt gegangen ist?

Am 6. Februar 2017 wurde ich unweigerlich hart zurück ins Leben und in die alltägliche Realität geschmissen, denn dies war mein erster Arbeitstag. Ich versuchte also weiter zu machen, stark zu sein und durchzuhalten. Denn ich hatte Träume und ich wollte jetzt noch mehr als vorher alles daran legen diese zu verwirklichen. Also versuchte ich mein Leben zu organisieren und trotz meiner 39h Arbeitswoche, Zeit für das zu finden, was ich mir aufbauen wollte. Ich war an einem Punkt in meinem Leben, an welchem es darum ging die Weichen in Richtung meiner Träume zustellen und dann loszugehen. Doch mit jedem Tag der vergingt war es schwieriger den beiden Welten gerecht zu werden. Den auf der einen Seite versuchte ich meine Welt schneller zudrehen, um endlich da zu sein wo ich sein wollte und auf der anderen Seite stand meine Welt still und ich wusste nicht wohin.

Ich fühlte mich überwältigt. Überrannt von so tiefem Schmerz und Verwirrung. Ich hatte Angst, dass all die kleinen Stücke in mir auseinanderfallen würden und ich nicht mehr wissen würde, wie sie zusammengehören und so versuchte ich sie mit aller Macht zusammenzuhalten. Doch was, wenn sie gar nicht dazu gedacht waren zusammen zu bleiben? Was, wenn sie schon jetzt nicht mehr zusammenpassten?

Es ist mal wieder eine Party und ich hatte schon vor längerem zugesagt. Doch jetzt fühle ich mich eher unbehaglich bei dem Gedanken an einem Raum voller Menschen, welche ich nicht kenne, oder doch kenne, aber nicht auf eine Art, welche Raum für all das geben könnte, was so viel Raum in mir eingenommen hat. Der Gedanke an all den überflüssigen Small-Talk und die verkrampften Gespräche über die Banalitäten des Lebens, über den letzten Absturz und den Nächsten, bringen ein Fluchtreflex in mir hervor. Doch ich habe einen Partner in Krim und zusammen gehe ich also mit der sicheren Gesellschaft eines mir so vertrauten Menschen und einer Flasche Bier in der Hand mutig los und bin über die zusätzlichen 20 Minuten rauchen vor der Tür unendlich dankbar.

Der Saal ist riesig, ausgefüllt von vielen Gruppen und sicher steuern wir auf die unsere zu. Es gibt Umarmung, Wiedersehens-Phrasen und meinen Lippen versuchen, durch die Anspannung in mir hindurch, ein Lächeln zu formen.
Ich fühle mich so fremd. Wie der Fehler im Bild. Wie das falsche Puzzleteil, was irgendwie nicht richtig passt. Ich weiß nicht was ich sagen soll und will eigentlich auch gar nicht reden. Denn alles was ich sagen könnte scheint mir zu banal und alles was ich nicht sagen kann, damit könnte eh niemand umgehen. Also sitze ich hier und versuche meine mir gewachsenen Ecken irgendwie rund zu schleifen.

Am besten erst einmal noch ein Bier.

Die Rettung ist das kleine Raucherzimmer und die haltgebende Gesellschaft meines Freundes. Wir stehen an einem kleinen Stehtisch und hier fühle ich mich sicher. Die Anzahl der Menschen ist begrenz und ich habe jemanden an meiner Seite der mich kennt, der weiß was los ist und der genauso weiß wie ich, dass egal mit wieviel Bier all die Ecken heute nicht mehr rund werden.

Ich habe die Anzahl meiner Biere vergessen und spüre den leichten Schleier, welcher sich über meine Welt legt und das ist schön, denn sie ist eh nicht mehr dieselbe und ich finde mich schon lange in ihr nicht mehr zurecht. Ich lege mich in das Gefühl der leichten Benommenheit die einem Alkohol verleiht und lasse langsam los.

Ich lasse los und im nächsten Moment finde ich mich auf der Couch des Raucherraumes wieder. Tränen laufen unaufhörlich über mein Gesicht und ich schaue in die Augen meines Freundes.
Alles überkommt mich.

Es fühlt sich an, als wenn ein riesiger Staudamm in mir bricht und ich werde überflute von allem, was ich nicht sagen kann. Ich fange an zu schluch­zen, und Sturzbäche laufen über mein Gesicht. Ich lass mich in die offenen Arme meines Freundes sinken und bin so dankbar, dass er da ist. Mein kompletter Kontrollverlust erschüttert mich selbst auf so einer tiefen Art und Weise, dass mich eine kurze Angst überfällt. Es fühlt sich so überwältigend an, dass ich selbst nicht weiß wohin mit mir und all dem was hier passiert.
Und dann spüre ich die Heilung.

In diesem Moment des vollkommen Hingebens und Loslassens, umgeben von der Sicherheit eines Menschen, welche sich wie nach Hause kommen anfühlt. Es wird nichts verlangt, nichts erwartet, nichts gefragt und nichts gesagt.
Es ist einfach das: Da-sein und Raum geben zum Loslassen.
Es ist das wohl einfachste und gleichzeitig schwerste Rezept zur Heilung.

Nachdem ich mich wieder gefangen hatte, traten wir raus aus dem kleinen Raucherzimmer, direkt auf die Tanzfläche und mussten feststellen, dass so ziemlich alle Gäste gegangen waren und nur noch unsere kleine vertraute Gruppe übriggeblieben war. Wir beschallten den gesamten Raum mit „Der ewige Kreis“ von König der Löwen und tanzen einen wilden, ausgelassen Ausdruckstanz – alle zusammen und jeder für sich- und auf einmal hatte ich das Gefühl, dass meine Ecken heute Abend doch noch ein wenig runder geworden sind.

Ich habe noch nie in meinem Leben so sehr die Kontrolle vor jemanden verloren. Zurückblickend war dies einer der heilensten Momente in dem gesamten Jahr.

„Man sieht es dir ja auch nicht an.“

Wie symbolisch doch dieser Abend für dieses erste Jahr mit der Trauer und der Umgang damit ist. Im Hintergrund bricht das Kartenhaus zusammen und im Vordergrund wird wild getanzt und hart gefeiert.

Lasst mich euch von der Trauer erzählen. Die Trauer die so oft gar keiner sieht. Die, welche hinter all den starken und gefassten Worten bei der Beschreibung der Geschichte, der Gefühle und all dem steht, was man mit Worten eigentlich niemals fassbar machen kann.

Es ist der Moment in dem du hinter der Tür langsam zu Boden sinkst, weil dein Herz viel viel zu schwer ist. Es ist jedes Mal, wenn in Savasana dir die Tränen über das Gesicht kullern.
Es der Moment danach.
Nachdem du mit deiner Mitbewohnerin gelacht hast und dann in dein Zimmer gehst und auf deinem Bett anfängst zu weine. Es ist der Moment, wenn du nach einem Treffen mit deiner Freundin, wieder allein in der Bahn sitzt und der Kloß in deine Hals und der Stein auf deinem Herzen dir alles zuschnüren, weil du doch so gern alles erklären würdest, aber es keine Worte gibt. Es ist der Moment der größten Freude in dem du das kleine Loch in die spürst, welches dir sagt: „Ich wünschte, ich könnte das mit dir teilen.“ Es ist der Moment indem alle lachen und du weinst. Der Moment der Stille, weil du keine Gesprächsthema hast, da gegenüber dem Tod alles „normale“ so banal erscheint.

Es sind all die kleinen Momente die keiner sieht, die Schwere in deinem Herzen die keiner fühlt und die stummen Schreie nach einer Hand die keiner hört.

I had really intense moments of grief the last two days. Yesterday evening, when I finally went to bed, I felt like I just wanted to stay there in this mountain of blankets forever. Today I woke up still feeling the same. I was paralyzed in my bed, just without any intention to get out and do anything. I thought about why my body made it so hard for me to move forward this last month. First my knee was in pain and now my foot is giving me a hard time. And I thought about why it was mentally for me the same way. I have so many plans and ideas but somehow I just can't manage to start doing anything or when I'm doing something it takes like forever. And then it hit me. With every step I don't take but life pushes me forward I'm moving further away from the day I've seen you for the last time. The day I've felt your energy for the last time. And with every day which is passing by the memories get more blurred and it scares the hell out of me. I feel this huge resistance of moving any further without you by my side. Without being able to share all adventures of my life with you. I feel for the first time in all this month how hard it is to let go and how much I try to hold on. This is the hardest thing ever, but I know I will learn how to do it. •••••••••••••••••••••• Deutsch ➡️ FB @thewilheartedyogi Pic by @thegradualway

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Nur deshalb höre ich immer wieder den Satz „Man sieht es dir ja auch nicht an.“ Dieser Satz war einer derer, welche mich am meisten irritiert und angestoßen haben. Dieser Satz hat mir immer das Gefühl gegeben, in all dem nicht gesehen zu werden, denn nur weil ich gerade leicht aussehe, heißt es nicht, dass ich nicht mehr deine Schulter brauche, heißt es nicht,  dass alles wieder ok ist und es heißt nicht, das ich die Verantwortung habe, dir zu zeigen wie zerbrochen ich bin nur, um dir die Hürde, zu mir zu kommen und mich zu fragen wie es mir geht, abzunehmen.

Zwischen all den Momenten, in welchen „man es mir nicht ansieht“ und ich z.B. lachend und biertrinkend bei Sonnenschein im Park saß, oder zu lauter Musik wild tanzte, oder mit meiner Nichte spielte, oder mir von so heftigem Lachen die Tränen kamen, oder ich glückselig auf heißen Steinen am Strand lag und dem Gesang des Meeres lauschte; ja zwischen all diesen wundervollen und glücklichen Momenten des Lebens, welche ich auch in diesem Jahr hatte, tummelten sich viele der unbegreiflicher Traurigkeit, mit welchen ich nicht umzugehen wusste.

Wie der Moment als ich 20 Minuten lang irgendwo allein auf einer Parkbank saß und weinte, weil ich von urplötzlicher Traurigkeit überrascht wurde. Oder die Tage, an welchen es mir so schwer viel mich überhaupt aus meinem Bett zu bewegen und ich manchmal einfach liegen blieb. Tage an welchen ich mich auch im Sommer und bei strahlendem Sonnenschein in meinem Bett verkroch, weil ich mich einfach vor der Welt verstecken wollte. Oder der Moment, an dem ich wären des Aufräumens, so heftig von Erinnerungen getroffen wurde, dass ich mich selbst nicht mehr beruhigen konnte und nur durch die haltgebende Stimme einer Freundin wieder zur Ruhe kommen konnte. Oder die vielen, vielen Tage, an welchen ich nach der Arbeit weinenden in der U-Bahn saß.

Ich weiß, dass wahrscheinlich jeder, welcher diesen Satz zu mir gesagt hat, es sicher nicht böse gemein hat, sondern eher versucht hat die richtigen Worte zu finden und dafür bin ich dankbar. Ich weiß das zu schätzen, sehr sogar. Denn all die „Man-sieht-es-dir-gar-nicht-an“-Momente, sind Momente, die sich wie heilender Balsam über mein Herz und meine Seelen legten und in welchen ich für einige Zeit wieder frei atmen konnte.

Doch um ehrlich zu sein, war es für mich selber schwer eine Balance zwischen diesen beiden Welten zu finden. Denn es ist gar nicht so leicht diese “gut-fühl-Momente” anzunehmen und da sein zu lassen. Darf ich jetzt schon so fröhlich sein?, habe ich mich immer leise gefragt. Diese Frage kam gepaart mit der Angst des Vergessens. Wenn ich mich wieder gut fühle, vergesse ich dann meinen Papa? Rückt er dann noch weiter weg?

„Wenn Worte meine Sprache wären“

Einer der schwersten Punkte, welchen ich in der Konfrontation mit Trauer erfahren konnte, ist der Umgang mit dieser in deinem sozialen Umfeld. Am Anfang dachte ich, ich könnte einfach so darüber reden, wie ich sonst über andere Probleme mit meinen Freunden und Bekannten sprach, doch bald merkte ich, dass das nicht unbedingt geht.
Trauer ist ein sehr spezielles Gefühl, etwas was man nicht wirklich mit irgendetwas vergleichen kann. Man kann es nicht wirklich beschreiben und weiß eigentlich auch selber nicht so richtig was man braucht.

Und vor allem ist es etwas, was in den meisten Menschen Angst auslöst. Es ist nicht wie bei Liebeskummer, mit dem fast jeder etwas anfangen kann, den fast alle schon einmal hatten, bei dem man doch so ungefähr weiß was zu tun ist und wo man zuversichtlich sagen kann, dass es auch irgendwann wieder vorbei ist.

Trauer ruft sehr viel Überforderung, Sprachlosigkeit und wie gesagt, Angst hervor. Angst etwas Falsches zu sagen, Angst davor zu fragen und Angst davor nicht zu wissen was man tun kann. Denn, bevor es einem nicht selbst oder einer nahe stehenden Person passiert, redet man ja auch nicht über das Thema, aber es ist nun einmal so, dass es eben nicht immer nur den anderen passierte. Und dann ist dieses Thema also da und man selbst und die anderen sind natürlich überrollt, weil es komplettes Neuland für alle ist.

Eine der schwierigsten Erfahrungen für mich hierbei war und ist, das Erlebnis, einen so tiefen Schmerz in mir zu spüren und nicht in der Lage zu sein, nicht die Worte finden zu können, um jemand, auch nur ansatzweise, beschreiben zu können, wie es sich in mir anfühlt und was er mit mir und meinem Leben macht.

Im letzten Jahr ist mir klar geworden, dass der Umgang mit Trauer, genau wie die Trauer selbst, Zeit braucht. Es braucht Zeit bis du selber weiß was du braucht, bis du den Mut hast genau das gegenüber deiner Freunde oder deiner Familie auszusprechen und es braucht Zeit für die Menschen um dich herum, die eigene Angst zu überwinden, um offen mit diesem Schmerz umgehen zu können.

Ich bin so dankbar für all die Menschen an meiner Seite, welche sich gemeinsam mit mir, diesen Weg stellen.

“If I am lost, find me but do not ask me to come back just yet.
Sit with me in this lost place and maybe you will understand why I come here too often, what draws me to my neverland.
Find me, but bring me back when I am ready.
Maybe you will get to know me a little better.
Maybe we can get lost together.”
-the dreamer

Wie war also das erste Trauerjahr?

Ich glaube, es war eines der langsamsten Jahre für mich, auch wenn es gefühlt so schnell vergangen ist und ich viel erlebt habe.
Es war langsam, weil ich langsam war.
Weil ich mir Zeit genommen habe.
Zeit für mich, für meinen Schmerz, für meine Heilung, für meine Familie und für all die ganz basalen Dinge.
Ich hatte so oft das Gefühl, dass die Welt einfach an mir vorbei fliegt und ich nicht mithalten kann und will, weil ich sie eigentlich gern anhalten würde, um zu atmen, um zu verstehen was eigentlich gerade passiert ist.

Es war das Jahr in welchem ich eine ganz neue Art der Einsamkeit kennenlernen konnte. Ich habe mich so oft allein gefühlt. Allein mit allem was in mir ist und mit dem ich nicht weiß, was oder wie ich damit umgehen soll.
Allein mit diesem Schmerz und mit meinem Leben.
Eine Einsamkeit welche ich teils auch selbst wählte und mit welcher ich trotzdem erst umzugehen lernen musste.

Es war das Jahr in welchem ich so viel Schutz und Sicherheit gesucht habe. Denn wenn es dir nicht gut geht, gibt dir bekanntes Sicherheit und Kraft. Ich brauchte all meine Kraft für die alltäglichen Dinge, für den andauernden Prozess in mir und so habe ich mich in ein sicheres Netz begeben und mich selten da heraus bewegt.

Dieses Jahr hat meine Leben verändert und es hat mich verändert. Verändert wie ich die Dinge sehe, das was wirklich wichtig ist und wo ich meine Prioritäten setzte.
Ich bin sanfter geworden, mit mir selbst und mit anderen. Ich habe viel über Freundschaft und Liebe gelernt.
Ich habe erfahren wie wichtig es wirklich ist, sich selbst der beste Freund zu sein, denn nur du allein weißt genau, wie der Schmerz in dir aus sieht und manchmal weiß niemand wie all deine Einzelteile zusammenzuhalten sind, außer du selbst.
Ich habe gelernt, für mich selbst dazu sein, auf mich selbst aufzupassen und mir selbst zuzuhören. Ich habe den Mut bekommen mich den tiefsten Schmerz in mir zu stellen und ihn als meinen anzuerkennen. Und ich habe angenommen, dass die Heilung dieses Schmerzes in meinen eigenen Händen liegt.

Ich konnte auch erfahren, dass Hände da sind, die mich auffangen, wenn ich ins Bodenlose falle. Ich konnte spüren, dass kleine Worte, kurze Nachrichten im richtigen Moment, lange Umarmungen und selbst nur ein kurzer Blick oder ein Händedruck manchmal alles sein können, was man braucht, um zum nächsten Atemzug zu kommen. Ich habe gelernt, das zum Helfen auch immer das „sich-helfen-lassen“ gehört und der Mut, danach zu fragen.

Meine Wahrnehmung hat sich verändert. Ich bin feinfühliger geworden, für meine eigenen Herausforderungen und Gefühle, und für die von anderen. Ich habe Mitgefühl tiefer zu verstehen gelernt. Mitgefühl für mich selbst und für andere. Zu erfahren, wie es sich anfühlt ganz auf sich zurückgeworfen zu sein, mit etwas, was so schwer begreifbar ist, hat mir vor Augen geführt, dass in jedem von uns eine Welt lebt, welche von keinem anderen gesehene und gefühlt werden kann, und das es deshalb das größte Geschenk, was du jemanden machen kannst, ist, einfach da zu sein, zuzuhören und den anderen in seiner Geschichte zu sehen.

Ich habe erfahren wie meine Prioritäten in ein anderes Licht gerückt sind und wie sich plötzlich ein neues Verständnis von dem, was wirklich wichtig ist, sich in mir auftat. Ich habe erkannt, dass vieles, ja sogar fast alles, worüber wir uns im alltäglichen den Kopf zerbrechen so unwichtig ist. Das wir uns viele Probleme selbst schaffen und das wir oft durch den Rausch der Medien und den Stimmen der Gesellschaft, nach einem Leben streben, welches voll ist, von Dingen sie alle so vergänglich, wie wir selbst sind. Denn am Ende, wenn jemand geht, bleibt nur die Liebe, die kleinen Details und all die Erinnerungen von den gemeinsam verbrachten Stunden. Jeder Moment ist dein Leben- wie möchtest du ihn nutzen?

Ich habe erkannt, dass es ok ist, wenn mein Lebensplan auseinanderfällt und dass ich die Kontrolle verliere, weil ich gerade so viel verloren habe.

Wann bricht der Morgen an?
Endlose Nacht.
Schlaflos ersehn ich den Tag.
Als du noch bei mir warst,
Sah ich den Weg
Vater, ich hab mich verirrt.
(Endlose Nacht- Disney)

Ich habe mich dadurch neu kennengelernt und Seiten getroffen, welche mich selbst immer noch überraschen.  Ich habe gelernt, dass ich auch schwach sein darf und nicht immer stark sein muss. Ich haben gelernt mir zu erlauben, nicht einfach so weiter zu funktionieren, in einer Welt, welche dir das Gefühl gibt, du bist nicht ok, wenn du nicht einfach sofort weiter machen kannst. Ich habe den Mut in mir wachsen lassen, zu sagen das ich nicht weiß, wie es weiter geht, dass ich nicht weiß, wer ich bin, dass ich nicht weiß, was ich tun soll, dass ich nicht weiß, wie das geht und dass ich gerade nicht stark sein will. Ich konnte gleichzeitig sehen, wie stark ich bin, denn Schwäche zuzulassen, ist das stärkste auf der Welt.
Ich war mir selbst so fremd als ich hemmungslos weinend auf einer Party auf der Couch lag oder als ich mich zu Weihnachten schreiend mit meiner Mutti in der Küche wiederfand. Ich war mir selbst oft so fremd zwischen den Extremen von sanft und hart, laut und leise, schwach und stark, heiß und kalt, Licht und Schatten. Doch jeder Schritt durch die Fremde, brachte mich ein Schritt näher zu mir.

Am Ende dieses Jahres stehe ich also hier und kann es immer noch nicht fassen, dass du nicht mehr da bist. Ich vermisse dich so sehr und der Gedanke, dass dies erst das erste Jahr ohne dich war und noch so viele kommen werden, bricht mir immer wieder neu das Herz.

Ich habe gelernt in diesem Jahr, das Trauer nicht etwas ist was kommt und dann wieder geht. Es ist ein Heilungsprozess der so viel länger Dauert, als alles, was ich bisher erlebt habe, denn nach einen Jahr, fühlt sich der Schmerz noch genauso an, wie am allerersten Tag. Um es genau zu sagen, es ist nichts was irgendwann vorbei sein wird. Trauer ist etwas, was an einem festwächst, in dem Moment, in dem jemand geht. Es ist etwas, was jetzt zu mir gehört und was sich sicher über die Jahre verändern wird, auch wenn ich das jetzt noch nicht sehen kann.

Heute stehe ich hier und frage mich ob das zweite Jahr nicht noch schwieriger und intensiver ist als das Erste. Ob das so ist, werde ich noch sehen. Doch auf eines habe ich jetzt schon eine Antwort. Ich weiß, dass ich fröhlich sein darf und trotzdem die Verbindung zu meinen Papa nicht verliere. Ja, dass ich mich mit ihm so vielleicht noch viel tiefer verbinden kann, denn schließlich hat er es geliebt das Leben zu feiern.

Ich liebe dich und du fehlst mir. Jeden Tag.

Linda

Koffein fließ in meinen Venen, Glitzer dekoriert mein Gesicht und ein Garten blüht in meinem Herzen. Ich bin Linda. 26 Jahre jung und genauso wenig ein Fan von Wodka wie von Smalltalk. Yoga ist meine Passion und Liebe meine stärkste Waffe. Ich tanze durch das Leben, um jeden Tag etwas Neues zu entdecken. Namasté!

6 Comments

  • BIbi
    Februar 21, 2018

    Danke für die vielen offenen Gedanken. In vielem kann ich mich gut wiederfinden.

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    • Linda
      Februar 21, 2018

      Ich danke dir ganz sehr! Ich freue mich, dass du dich in meinen Worte. wiederfinden konntes. Ich wünsche dir alles Liebe!

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  • Sonja Reich
    Februar 24, 2018

    Welch wundervolle sehr treffende Worte die sehr sehr genau beschreiben wie man sich fühlt, was man nicht fühlt, was man nicht versteht und es zum Teil auch gar nicht möchte. Könnte es genau so unterschreiben. Mein Mann starb vor knapp acht Jahren an einem plötzlich Herzinfarkt mit 46 Jahren. Heute mache ich mir diese schwere Zeit zum Nutzen und habe mich zur Hospiz Begleiterin ausbilden lassen um dass weiter zu geben, was ich in diesen Jahren gelernt und verstanden habe …. für mich ergibt das Geschehene dadurch wenigstens ein wenig Sinn . Herzliche Grüße und viel Kraft und Zuversicht für deine weiteren Wege Sonja

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    • Linda
      Februar 26, 2018

      Liebe Sonja,
      Danke für deine offenen und herzlichen Worte!
      Wie schön, dass du deinen schweren Schicksalsschlag, für dich in etwas positives umwandeln konntest. Mir hilft es darüber zu schreiben und Menschen zu erreichen, die ähnliche fühlen. Wir sind nicht allein.
      Ich schicke dir viel Liebe und Kraft, für alles was kommt! Danke.
      Liebe Grüße, Linda

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  • Kerstin Voss
    Februar 25, 2018

    Liebe Linda,

    herzlichen Dank für deinen Blogbeitrag.
    Ich finde mich und meine Gedanken, so
    wie meine Gefühls – Welt zu 100 % wieder.

    Für mich hat am 19.01.2018 das 2te Jahr begonnen ..

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen alles GUTE ..

    Herzlichst Kerstin

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    • Linda
      Februar 26, 2018

      Liebe Kerstin,

      Ich danke dir ganz herzlich für deine Worte! Ich freue mich, wenn ich Menschen erreichen kann, welche verstehen wie es sich anfühlt!
      Ich wünsche dir von ganzem Herzen Kraft und alles Gute für deinen weiteren Weg!

      Alles Liebe, Linda

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